Die Situation um die Wettlizenzen für Sportwetten, Online Casinos und Poker gerät nicht erst seit gestern zum Trauerspiel. Faktisch ist die Lage seit mehreren Jahren in einem Schwebezustand, der keinem der Beteiligten echte Sicherheit gibt, wie er sich verhalten soll oder darf. Das gilt sowohl für die Anbieter von Sportwetten wie deren Kunden wie aber auch die jeweiligen Behörden vor Ort, die entscheiden müssen, welche Form von Wetten nun zugelassen werden und welche Lizenz dafür akzeptabel ist. Tatsächlich hat man durch diese Hängepartie eine Art Graubereich geschaffen, der insbesondere für die sonst so ordnungsliebende Bundesrepublik Deutschland alles andere als ein Ruhmesblatt ist. Allerdings kommt dabei ins Spiel, dass auch EU-Recht eine Rolle spielt, weshalb eben alles derart schleppend vonstattengeht. Mehrere Versuche, die Lizenzvergabe Deutschland weit zumindest provisorisch zu regeln, sind dabei bereits gescheitert. Immerhin operieren einige Wettanbieter mit Lizenzen aus Schleswig-Holstein, hatte das nördliche Bundesland doch immerhin vor einiger Zeit Lizenzen vergeben – inzwischen wurde dort die Vergabe auch wieder gestoppt, immerhin aber sind dort vergebene Lizenzen noch gültig.
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Oddset sieht sich als einzig legalen Anbieter in Deutschland

Einziger völlig legaler Anbieter von Sportwetten ist in Deutschland zur Zeit der staatliche Anbieter Oddset, der aber bei Freundinnen und Freunden von Sportwetten aus mehreren Gründen als wenig attraktiv gilt. Die wichtigsten Gründe dafür hier in einer kurzen Übersicht:

  • wenig attraktive Quoten bei den Sportwetten
  • nur beschränkte Verfügbarkeit an Wetttypen
  • wenig flexibel in der Abwicklung der Sportwetten
  • keine Online-Verfügbarkeit in deutschen Bundesländern

Wenn auch die übrigen genannten Gründe natürlich ebenso eine Rolle spielen, so wird doch insbesondere der letzte Aspekt – im Jahr 2016 keine Online-Verfügbarkeit – als sehr störend empfinden. In Zeiten, in denen man selbst seine Lebensmittel online auf dem Tablet einkauft, mutet es anachronistisch an, dass man seine Sportwetten immer noch nicht mobil bzw. eben online abschließen kann.

Bundesregierung

Große Nachfrage nach Deutschland nach Sportwetten

Tatsächlich ist der Bedarf an online verfügbaren Sportwetten groß, wie nicht zuletzt das Volumen dieser Form von Wetten im europäischen Ausland demonstriert. Doch in Deutschland bewegt sich einfach nichts in dieser Frage, weshalb sich eine größere Zahl an Anbietern von Sportwetten mit europäischen Lizenzen – etwa aus Malta oder Gibraltar

– auch auf dem deutschen Markt bewegt. De iure ist das illegal, de facto wird es zur Zeit aufgrund des schwebenden Zustands in Deutschland akzeptiert.

Zuletzt hatte es im Zeitraum 2013/2014 vom Bundesland Hessen den Versuch gegeben, zumindest für einige Anbieter – angedacht waren 20 an der Zahl – Wettlizenzen bereitzustellen. Diese hätten dann sowohl für Online-Wetten als auch für die Einrichtung von Wettbüros gegolten. Bei einem geschätzten Volumen von etwa 4 Milliarden Euro, die im Jahr allein in Deutschland umgesetzt werden, sollte die Bundesrepublik eigentlich ein gesteigertes Interesse daran besitzen, diesen Markt nach eigenen Regel zu reglementieren und dementsprechende Steuern abschöpfen zu können.

Hessische Vorgehensweise gerichtlich beanstandet – seitdem tut sich nichts mehr

Doch der hessische Vorschlag, der eine Bewerbungsphase vorsah, die Bedingungen für die Wettanbieter aber nicht ausreichend klar definierte wurde zu jenem im Titel erwähnten Trauerspiel. 20 Anbieter durften sich zunächst glücklich schätzen, endlich eine in Deutschland gültige Lizenz zur Bereitstellung von Wettangeboten erhalten zu haben. In der Szene wunderte man sich allerdings, warum große Anbieter wie Tipico, aktuell intensiv durch Oliver Kahn und Peter Schmeichel beworben, oder bet365, keine solche Lizenz erhalten hatten. Schnell war klar, dass diese die Entscheidung so nicht akzeptieren würden. Sie reichten Beschwerde gegen das Vergabeverfahren des hessischen Innenministeriums ein – und hatten nur wenige Wochen nach der eigentlichen Vergabe der Lizenzen damit Erfolg.

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Viele Anbieter sind dennoch auf dem deutschen Markt präsent

Wie gewonnen, so zerronnen, durchaus im Wortsinne im Zusammenhang mit den Wettanbietern. Die finale Vergabe der Wettlizenzen wurden gestoppt. Das geschah im Jahr 2014 – und seitdem ist man auf Ebene der Verwaltung in Deutschland keinen entscheidenden Schritt weitergekommen.

Die Grauzone existiert dennoch weiter, denn es ist keineswegs so, dass die großen und auch kleinen Anbieter nun ihren Betrieb eingestellt hätten. Wetten darauf, wer Deutscher Meister, Europameister oder auch Olympiasieger wird, haben weiterhin Hochkonjunktur und werden ebenso wie viele Livewetten und Wetten zu den entlegensten Ligen im Sport von Anbietern wie Tipico, Bwin oder Mybet weiterhin präsentiert und auch durchgeführt.

Aktuell wird dieses Gebaren eben wegen des schwebenden Zustands der rechtlichen Situation geduldet. Das geht sogar soweit, dass beispielsweise tipico intensiv im TV und anderen Publikationen wirbt, mit oben genannten Koryphäen des Fußballs, während viele andere Anbieter vor allem Online den Markt mit Werbung überschwemmen.

Die Duldung dieses Verhaltens wird dadurch unterstützt, dass die Wettanbieter freiwillig Wettsteuern abführen, dass sie insbesondere den Jugendschutz sehr ernst nehmen und dass sie sich ansonsten nichts zuschulden kommen lassen – sieht man vom großen Elefant im Raum ab, der nicht existierenden Wettlizenz für den deutschen Bereich.

Zeitpunkt der Änderung der Verhältnisse mehr als fraglich

Wann sich dieser Zustand ändern könnte, ist zur Zeit nicht abzusehen, weshalb man im Zusammenhang mit den Wettlizenzen in Deutschland völlig zu Recht von einem Trauerspiel sprechen muss. Schließlich existiert dieser ungeklärte Zustand nicht erst seit 2013 oder 2014, sondern schon seit etlichen Jahren. Und eigentlich ist der Handlungsbedarf durch die zunehmende Verbreitung der Möglichkeit, Wetten auch online abzuschließen, in den letzten Jahren noch einmal enorm gewachsen.

Warum sich die deutsche Verwaltungslandschaft in dieser Angelegenheit so schwer tut, könnte aber auch andere Hintergründe als mangelnde Befähigung dazu haben. So lange Oddset als einziger legaler Anbieter in Deutschland gilt, fühlt sich so mancher Sportwetter wohl weiterhin bemüßigt, auch nur bei diesem Anbieter zu wetten. Was nicht im Sinne des Kunden sein kann, sind die angebotenen Quoten von Oddset doch in den allermeisten Fällen signifikant schlechter als bei der Konkurrenz.

Fakt ist aber ebenso, dass Anbieter wie tipico nicht derart extensiv auf dem deutschen Markt werben würde, wenn sie sich davon nichts versprächen. Sprich: das Gros der – vor allem jüngeren – Wetter wandert in den Onlinebereich ab, auch wenn es in Deutschland immer noch zahllose Wettbüros gibt, in denen vor Ort gewettet wird – auch diese aber eben ohne tatsächlich gültige Wettlizenz. Zu verdanken haben wir dies der in dieser Frage unfähigen Bundesregierung und den ebenso unfähigen „Volksvertretern“ in den Bundesländern. Wann sich dieser Zustand allgemein ändern könnte, ist weiterhin nicht absehbar – ein Trauerspiel eben.

Fotos: wikimedia/Tobias Koch & Wegavision

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